Rochusmarkt

Auf dem Rochusmarkt entlang der Landstraßer Hauptstraße trifft man sich nicht nur beim Einkaufen, denn hier kann man verweilen und kommt sogar bei Nieselregen auf ein Achterl Wein.

Einen Schritt aus der U-Bahn Station „Rochusgasse“ hinaus und schon befindet man sich inmitten des Marktgetümmels am Rochusmarkt. Der 3.500m² große Markt beherbergt 40 Marktstände und zählt damit nicht umsonst zu den meistbesuchtesten Märkte Wiens. Bei manchen auch als Augustiner Markt bekannt, ist der Markt gegenüber der Rochuskirche ein Juwel des dritten Bezirks.

Rochusmarkt_Kirche

Marktstandler Roland Schätzl weiß was die Kunden hierher führt: „Die Vielfalt hier macht das Angebot aus, denn hier am Markt bekommt man alles. Der große Vorteil am Markt ist auch das persönliche Gespräch, das hat man im Supermarkt halt nicht bzw. kann man das nicht vergleichen.“ Schätzl verkauft Obst und Gemüse, Eier und selbstgemachte Marmeladen, die nur aus Frucht und Zucker gemacht werden. Seine Stammkundschaft sei sehr durchwachsen, denn bei ihm kaufen sowohl Jungeltern Anfang 30, als auch Pensionisten Ende 80 ein. Ähnliches kann auch Käse-Spezialistin und Marktstandlerin Marina Poppenberger vom Stand „Käseland“ erzählen, denn mittlerweile sind schon die Kinder ihrer Stammkunden selbst zu ihren Stammkunden geworden. Das verwundert auch nicht, den mit 22 Jahren Markterfahrung weiß Poppenberger schon wie der Hase rennt: „Der Markt hier läuft so gut, weil er übersichtlich und nicht so groß ist.“

Rochusmarkt_Obst

Etwas abseits der gemauerten Standhütten hat Familie Jank ihren Honigstand aufgeschlagen. Vater Ferdinand ist heute dran mit „Marktdienst“ und springt für seinen Sohn (und Standbesitzer) Leopold ein. Als Wanderimker mit 30-jähriger Erfahrung punktet er am Rochusmarkt vor allem mit seinem Fachwissen: „Unsere Kundschaft ist hauptsächlich auf der Suche nach Qualität und fachlicher Beratung. Beides finden sie hier bei uns. Man muss aufgeschlossen sein und auf die Leute zugehen, um heraus zu finden was sie brauchen.“ Er selbst geht da mit bestem Beispiel voran: Als er vor zwei Jahren am Rochusmarkt zum ersten Mal den Stand aufbaute, hatte er nur Honig im Angebot. Mittlerweile hat sich das Angebot aber auf alle möglichen Honig-Spezialitäten erweitert – beinahe alles von der Hautpflege bis zum Honigwein. „Was ich hier sehr schätze ist die familiäre Atmosphäre, nicht nur unter den Standlern, aber auch unter den Kunden. In der Anfangszeit wurde ich hier sehr genau unter die Lupe genommen und auf mein Fachwissen geprüft. Anscheinend habe ich dabei ganz gut abgeschnitten, denn mittlerweile haben wir eine große Stammkundschaft aufgebaut“, erzählt Jank.

Rochusmarkt_Honig_Jank

Trotz kaltem Wetter und leichtem Wind sind viele Menschen unterwegs, um am Weg von der Arbeit noch etwas für’s Abendessen mitzunehmen. So auch Ursula: „Ich arbeite in der Nähe und gehe gerne auf den Markt, aber leider viel zu selten.“ Für sie seien die Märkte im Laufe der Zeit immer einseitiger geworden, denn ihrer Meinung nach gäbe es zu viele Kebap-Stände und zu wenige heimische Produzenten, die frische Ware anbieten. Dem kann auch Manuel zustimmen, der es sich vor dem Café Rochus mit einem Kaffee gemütlich gemacht hat. Er besucht gerne die Bars und Restaurants am Markt und kauft hier manchmal auch sein Fleisch und Gemüse. „Ich wünsche mir hier mehr Bars in der Umgebung, in oder vor denen man einfach gemütlich in der Sonne sitzen kann“, sagt er und nimmt einen großen Schluck seines Cappuccinos.

Rochusmarkt_Blumen

Rundum zufrieden ist Rochusmarkt-Stammgast Hans-Werner, der schon seit 15 Jahren einmal in der Woche mit seiner Frau seine Lieblingsstände abklappert. Und das, obwohl sie schon seit längerem im 23. Bezirk wohnen: „Ich kaufe mein Gemüse beim Schätzl, mein Fleisch beim Radatz und abgerundet wird der Markttag mit einem Glaserl Wein.“ Für ihn mache vor allem der enge Kontakt zum Produzenten den Markt zu dem was er ist. Hier könne er Wunschbestellungen beim Standler abgeben und genau das richtige Produkt für seine Bedürfnisse finden. „Und in welchem Supermarkt findet man so einen Service?“, fragt er provokativ in die Runde. Denn am Rochusmarkt steht man nicht lange alleine herum – hier grüßt sich jeder und trifft sich nach der Arbeit auf ein Glas Wein, bevor es mit den frischen Einkäufen nachhause geht. Nicht umsonst das alte Sprichwort „Auf dem Markte lernt man die Leute besser kennen als im Tempel“.

Infos zum Rochusmarkt

Öffnungszeiten:

  • Handel: Montag bis Freitag von 6 bis 19.30 Uhr, Samstag von 6 bis 17 Uhr
  • Gastronomie: Montag bis Freitag von 6 bis 23 Uhr

Angebot Handel:

  • Obst
  • Gemüse
  • Fleisch
  • Blumen
  • Fisch
  • Honig
  • Käse

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.